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Wahrheit oder Frieden?



Wahrheit oder Frieden? Was ist wichtiger?


Es gibt Situationen, wo aufgrund der Wahrheit, der Frieden in der Gemeinde gefährdet wird. Und es gibt Situationen, wo um des Friedens willen, die Wahrheit verschwiegen wird. Und das Dilemma scheint zu sein, dass wir uns zwischen den beiden entscheiden müssen. Wahrheit oder Friede!

Doch was ist eigentlich wichtiger?

Vielleicht wart ihr schon einmal bei einem Autohändler und wolltet günstig ein qualitativ hochwertiges Auto kaufen. Und ihr merkt, die Autos sind entweder teuer oder eben nicht gut. Und wenn wir den Autohändler dann unsere Vorstellungen nennen, dann bekommen wir zur Antwort: Entweder Qualität oder Günstig. Sie müssen sich schon entscheiden. Nun genau so fühlen wir uns häufig gedrängt zum Gunsten des Einen, das Andere zu vernachlässigen. - Also um die Wahrheit aufrecht zu erhalten, gefährden wir den Frieden. - Oder andersrum der Friede untergräbt die Wahrheit. Und tatsächlich wirkt sich dies manchmal eben genauso in der Gemeinde aus. - Da gibt es heiße theologische Themen, Bibelstellen oder Missstände und Konflikte in der Gemeinde, die packt man bloß nicht an, weil es sonst zu Unfrieden in der Gemeinde kommen kann. - Oder die Wahrheit wird kaltherzig den Menschen an den Kopf geschmissen und es wird blindes und bedingungsloser Gehorsam gefordert. Man ist direkt und hart, Menschen werden gekränkt und verletzt, aber egal, Hauptsache die Wahrheit wurde ausgesprochen.

Also was ist aus biblischer Sicht richtig?

Voller Gnade und Wahrheit Wie immer, so soll auch in dieser Frage unser Blick auf Jesus fallen. Wir wollen von ihm lernen und aus seinem Wort ergründen, wie diese wichtige aber auch schwierige Frage zu beantworten ist. Und weil es so viele tausende Konstellationen gibt, wo man zwischen „Wahrheit“ und „Frieden“ unterscheiden könnte. Wollen wir nicht zahlreiche Situationen durchgehen, sondern viel mehr vom Wesen Jesus Christus lernen. Erst wenn wir so wie er gesinnt sind, haben wir eine Lösung für jede Problemstellung. Im Johannesevangelium Kapitel 1, die Verse 1 und 14 lesen wir: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Das ewige Wort, durch das die Welt geschaffen wurde, ist Gott selbst. Und das verblüffende dabei ist, dass dieses Wort, Mensch aus Fleisch und Blut wurde. Und Johannes schreibt: Wir konnten ihn wahrhaftig sehen, ihn wahrnehmen, ihn physisch und empirisch erkennen. Und er fasst es zusammen mit dem Wort „Herrlichkeit“. Es war einfach nur herrlich! Er war die vollkommene und unvergleichliche Anwesenheit Gottes in seiner majestätischen Pracht! Und dann nennt er uns zwei wesentliche Eigenschaften, die hervorstachen: „Gnade und Wahrheit“.

Da stand nicht „Macht und Kraft“ oder „Glanz und Schönheit“, sondern das Wesen Christus war voll Gnade und voll Wahrheit. Er war in jeder Hinsicht vollkommen. Er besaß alle gute Tugenden in ihrer besten Reife. Aber eben genau diese Merkmale stachen in seinem vollkommenen Leben und Charakter heraus. Zumindest hebt Johannes sie inspiriert vom heiligen Geist hier hervor. Gnade und Wahrheit scheinen sich zunächst zu widersprechen und unvereinbar zu sein. - Entweder ich bin gerecht und fordere die Wahrheit ein oder ich bin barmherzig und lass es gut sein. So meinen wir, zumindest! Doch da wo wir menschlich ein Konflikt sehen, vermag Gott es diese beiden gegensätzliche Dinge in ihrer Perfektion zu vereinen. Er schafft ein vollständiges Gleichgewicht unter dem weder das eine noch das andere zu kurz kommt. Jesus war nicht 50% Gnade und 50% Wahrheit, sodass er sich entscheiden müsste. Sondern er war zu 100% Gnade und zu 100% Wahrheit. Und somit war alles was er tat vollkommen Gnade und vollkommen Wahrheit. Er schuf sogar eine verblüffende gegenseitige Abhängigkeit der Gnade und Wahrheit. Einerseits erwies er anderen unverdiente Freundlichkeit und Güte, andererseits war er völlig wahrhaftig und gerecht, ohne jemals eine Sünde zu entschuldigen oder das Böse zu begünstigen. Der Heilige Geist wird uns als weiße Taube vorgestellt. Und eine Taube braucht zwei Flügel um zu fliegen. Mit einem Flügel kann er sich nicht zum Himmel emporheben. Und genauso möchte der Heilige Geist auch mit dem Flügel der Wahrheit und mit dem Flügel der Gnade in uns wirken, damit wir Christus ähnlich werden und uns in die Lüfte geistlichen Lebens begeben. Und eben genau diese zwei Punkte-Checkliste, für Christusähnlichkeit, ist die Antwort um eine ausgeglichene Einheit in der Gemeinde zu schaffen, die weder die Wahrheit noch den Frieden unter den Tisch fallen lässt.

Die richtige Haltung eines Knechtes des Herrn Lasst uns schauen, wie auch Paulus dem Timotheus eben genau diese Haltung als Knecht des Herrn beibringt. 2.Tim.2,24-26

„Die törichten und unverständigen Streitfragen aber weise zurück, da du weißt, dass sie nur Streit erzeugen.

24 Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig im Ertragen von Bosheiten;

25 er soll mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht noch Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit

26 und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, von dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen.“ In dieser Situation sehen wir eben genau die Schwierigkeit, dass die Wahrheit auf Kosten des Friedens gefährdet ist oder der Friede auf Kosten der Wahrheit. Paulus schildert sogar einen Zusammenhang der nicht verzwickter sein könnte. - Einige schüren immer wieder Streitfragen, um Unfrieden zu stiften. - Und dieser Konflikt entsteht sogar durch ein sündhaftes Verhalten und durch widerspenstige Rebellion.


Und obwohl ein Knecht des Herrn für die Wahrheit einstehen muss, soll er wie hier im Text angeordnet: freundlich, mild und geduldig sein. Er soll mit Sanftmut zurechtweisen und fähig sein, die Wahrheit zu lehren.


Vier Schritte werden uns hier genannt, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen:

1. Unterscheidung des Problems V.23

Timotheus wird aufgefordert, dass er sich nicht an die dummen und unreifen Auseinandersetzungen beteiligen soll. Warum? Weil sie nur eins zum Ziel haben: Streit, Unfriede und Zeit Verschwendung. Also Timotheus sollte als Ältester nicht in jede Diskussion, Meinungsverschiedenheit, Streit oder sogar Lehrfrage einsteigen, weil es dies nicht immer Wert ist. Vielmehr sollte er beurteilen, ob es ein ernstzunehmendes Anliegen ist oder ob es eigentlich nur um ein Streitthema geht. Er soll das Problem zwar niemals ignorieren, wie wir es in V.25 lesen, aber sein handeln wird durch diese Beurteilung bestimmt.

Und ich bin davon überzeugt, dass viele Probleme vermieden werden könnten, wenn man besser unterscheiden und beurteilen würde, ob es die Sache überhaupt Wert ist. Gerade bei den sogenannten „Lehrmeinungsverschiedenheiten“ sollten wir viel besser aufpassen. William Mac Donald hat mal folgende Unterscheidung getroffen:

- Es gibt bestimmte Lehren des christlichen Glaubens, die absolut grundlegend und unverhandelbar sind. Diese bilden das Fundament unseres Glaubens. Wenn diese angegriffen werden, so wird unsere geistliche Existenz angegriffen. Da sprechen wir auch nicht von Meinungsverschiedenheiten, sondern von der absoluten Wahrheit der Schrift. Die Gläubigen einer Gemeinde müssen diese in Übereinkunft vertreten, lehren und verteidigen! Das bedeutet auch, dass hierfür eine gottgewollte Spaltung durch aus biblisch ist. Vgl.1.Kor.11,19

Was sind die Grundlagen: - Unser Glaubensbekenntnis! - Die Inspiration und Unfehlbarkeit der Schrift. - Die Dreieinigkeit Gottes. - Die Rechtfertigung aus Glauben, - der stellvertretende Tod am Kreuz und die Auferstehung, usw.

- Dann gibt es Themen, die sind wichtig, aber nicht grundlegend. Die Bibel spricht über diese Themen, aber sie können unterschiedlich ausgelegt werden. Es gibt zwar nur eine richtige Auslegung, aber die Gläubigen sind sich nicht einig, welche diese ist. Auch wenn einige meinen, eine 100% Klarheit darüber zu haben, so sind diese Themen meist nicht ganz eindeutig. Diesen Themen müssen wir uns demütig stellen und dürfen sie auch nicht einfach als unwichtig beiseite schieben. Aber sie sind nicht Kriegsentscheidend und können sogar nebeneinander stehen bleiben. Die Ortsgemeinde sollte jedoch einen biblisch begründeten Standpunkt einnehmen und dieser sollte nicht immer wieder in Frage gestellt werden. Natürlich darf dieser auch in einem gesunden Rahmen überdacht werden, darf jedoch nicht zum Streit oder Spaltung führen. Falls eine Person mit der Position der Gemeinde nicht übereinstimmt und diese auch im Frieden nicht mit den Leitenden klären kann und sogar denkt, dass er die Gemeinde aus Treue zu Gott verlassen soll, so sollte er das in Frieden und ohne Aufsehen tun.

Wichtig, aber nicht grundlegend: - Taufe, Scheidung und Wiederheirat bei Unzucht, die Reihenfolge der zukünftigen Ereignisse, die Gaben des Geistes, Verlierbarkeit und Unverlierbarkeit des Heils, Kopfbedeckung der Frau, usw.


- Und dann gibt es noch die Nebensächlichkeiten.

Wo die Bibel keine Stellung zu nimmt. Diese Dinge sind weder richtig noch falsch. Da darf sogar jeder selber eine eigene Überzeugung zu haben und sich frei entscheiden. In nebensächlichen Fragen sollte man ein gewisses Maß an Nachsichtigkeit und Kompromissbereitschaft für die Einheit und Frieden der Gemeinde bewahren. Wenn jemand versuchte mit Dr. Ironside über eine nebensächliche Sache zu streiten und darauf herumzureiten, so sagte dieser „Lieber Buder, wenn wir im Himmel ankommen, werden wir feststellen, dass einer von uns unrecht hatte. Und es kann gut sein, das ich das bin“. Das Feuer erlosch immer, weil Dr. Ironside kein Öl drauf goss (vgl.Spr.26,20) Und trotzdem unterliegen auch diese Nebensächlichkeiten auch der Gewissensfrage und der Selbstprüfung, ob diese Dinge mir zum Guten oder zum Schlechten dienen.

Nebensächlichkeiten: - Welche Bibelübersetzung genutzt wird, - Gestaltung des Abendmahls und Gottesdienstes, - Verzicht auf bestimmte Speisen und Getränke wie z.B. Alkohol, - Ort der Gemeindezusammenkunft, - Lock down bei Corona oder nicht - Welche Schule, Ausbildung oder Beruf ich ausübe - Kleiderordnungen, - Nutzung von Medien usw.


Jemand prägte mal folgendes Motto beim unterscheiden dieser Dinge: „Im Grundlegenden Einheit, in Nebensächlichkeiten Freiheit, in allem aber die Liebe.“

Christen die sich sehr an der Wahrheit ausrichten, lieben die genaue Beschäftigung mit dem Wort Gottes. Sie forschen und untersuchen die Details und wollen diese akkurat so auch ausleben und verstehen gar nicht, dass andere das nicht verstehen und nicht sofort mitziehen.

Solche an der Wahrheit orientierten Christen sind oft auch diszipliniert und bewerten den geistlichen Zustand an biblisches Wissen und radikalen Handlungen. Sie umgeben sich gerne mit Gleichgesinnten und meiden zunehmend den Umgang mit „Ungeistlichen, weltlichen und unerrettenden Menschen“. Sie weisen gerne auf Fehler hin, kritisieren und fordern Kompromisslosigkeit. Bieten jedoch keine Lösung an, sondern zeigen lediglich die Missstände an. Plötzlich entstehen Vorwürfe, es wird gerichtet und auch die Glaubensgeschwister werden als „nicht geistlich“ erklärt. Das sind Gläubige die sind stark in Bezug auf die Wahrheit, aber schwach im Hinblick auf die Gnade.

Andere Christen die sich hingegen an der Gnade ausrichten, lieben Vergebung und Freiheit, doch vernachlässigen oft das Bibelstudium und bezeichnen moralische Regeln als „Gesetzlichkeit“. Von der Gnade überwältigte Christen durchbrechen nicht selten Grenzen, Rituale und Traditionen, die auch gute Dienste leisten. Sie sind oft sehr evangelistisch veranlagt und haben in der Regel ein nicht so sensibles Gewissen. Daher leben sie ihre Freiheiten gerne aus und merken oft gar nicht, dass sie damit anderen zum Anstoß werden. Die Betonung liegt viel stärker auf das Herz und die innerliche Veränderung, als auf die sichtbare Veränderung, Heiligung in der Welt und das praktische handeln. Sie sind stark in Bezug auf die Gnade, aber schwach im Hinblick auf die Wahrheit

2. Haltung und Fähigkeiten Und daher erklärt Paulus in V.24, dass ein Diener des Herrn nicht streiten soll, sondern er soll zu allen milde (also freundlich und gütig sein). Aber er soll auch fähig zum Lehren und geduldig im Umgang mit Menschen sein.


Ich zitiere Anton Tschechow (1860-1904) „Wer mit Güte nichts erreicht, der erreicht auch nichts mit Strenge.“

Wir sehen hier auch wieder die „Entweder-oder Formel“. - Entweder Güte oder Strenge. - Entweder Gnade oder Wahrheit

Doch Timotheus wird hier der Mantel der Wahrheit und Gnade angezogen. In der Art der Begegnung und Haltung zu den Menschen soll er das warme innen Futter der Gnade tragen. - Dieses ist einladend und barmherzig. - Sucht die Begegnung und versucht den Menschen in Liebe zu erreichen. Doch von außen besteht dieser Mantel aus dem festen Leder der unverfälschten Lehre der Wahrheit. - Auch wenn die wahre Lehre sich durchsetzen soll, tut sie es nicht mit Dominanz, Lautstärke und Lieblosigkeit. - Die Wahrheit braucht auch keine Kälte und frostigen Wind. Sondern die gütige Haltung kommt mit der strengen Wahrheit. Wahrheit ohne Gnade erzeugt eine selbstgerechte Gesetzlichkeit, welche die Gemeinde vergiftet und die Welt auf Abstand zu Christus hält. - Vielleicht geht es dir auch so, dass du dich sehr an äußeren Dingen und Geboten orientierst. Du bist sehr „Gehorsam“ veranlagt und verstehst gar nicht, wenn jemand eine andere Überzeugung vertritt. - Du bist ein Wahrheitsmensch und brauchst eine klare Linie. Dabei kannst du ziemlich direkt und konkret werden. Du sprichst nicht viel drum herum, sondern haust auch mal deine Meinung unverblümt und anklagend raus. - Eigentlich wünscht du dir sogar eine Einheit in den kleinsten Überzeugungen. Deiner Ansicht nach sollten diese auch vorgeschrieben und eingefordert werden. Ich möchte dich ermutigen, mehr von der GNADE Gottes zu lernen. Eine Gemeinde in den USA wurde einmal von etwa 30 Demonstranten blockiert. Grund dafür war, dass die Gemeindemitglieder zu den Abtreibungskliniken gingen und Alternativen anboten und wo immer möglich, dass Evangelium weitergaben. Doch nun kamen drei Gruppen von Abtreibungsbefürworter geschlossen, mit gebündelter Kraft zur Gemeinde und demonstrierten auf dem Gemeindeparkplatz. Also was tat die Gemeinde? Sie traten schließlich für die Wahrheit ein. Sie besorgten Berliner und Kaffee und sprachen mit diesen Menschen. Sie sprachen über Abtreibung und viel über Christus. Der Pastor durfte sogar das Evangelium erklären und hatte später die Möglichkeit christliche Literatur bereitzustellen. Sie kamen wegen der Wahrheit in eine unangenehme Situation, aber zeigten den Menschen etwas von der Gnade Gottes. - Doch dann erschienen plötzlich Straßenprediger von einer anderen Gemeinde mit Plakaten und sie verdammten lauthals die Abtreibungsaktivisten. Ihre Botschaft war zwar Wahrheit. Aber ihre Vorgehensweise mangelte es an Gnade. Dann bekam die Gemeinde, auf dessen Parkplatz sie standen, noch rüge und Zurechtweisung, warum sie solchen schlimmen Menschen auch noch Berliner und Kaffee anboten. Erst wurden sie von den liberalen Ungläubigen attackiert, weil sie für die Wahrheit eintraten. Und dann wurden sie von den konservativen angeklagt, weil sie Gnade zeigten. Gnade ohne Wahrheit bewirkt jedoch eine moralische Gleichgültigkeit und verhindert, dass Menschen erkennen, dass sie Jesus Christus brauchen. - Und ich bin mir sicher, dass einige diesen Text lesen werden, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. (Da ist Schwarzarbeit, da ist Steuerhinterziehung, da ist eine kleine Lüge, da ist ein schlechtes Wort, da hat man jemanden mit Worten verletzt, da verdreht man die Bibel um seine eigene Position zu stärken, usw.) Denn wir stehen ja unter der Gnade und damit haben wir Vergebung der Sünden. - der absolute Wahrheitsanspruch wird häufig verharmlost und nett formuliert. - Vielleich bist du auch ein Gnadenorientierter Mensch, der sehr Harmoniebedüftig ist und Nettigkeit über Wahrheit stellt. - Dein moralischer Kompass funktioniert nicht immer richtig und die Absonderung zur Welt ist kaum noch bemerkbar.

Auch dich möchte ich ermutigen, mehr von der Wahrheit Gottes zu lernen.

Wir hatten einmal eine junge Frau in der Gemeinde, die sich gerne taufen und in der Gemeinde aufnehmen lassen wollte. Problem war nur, dass sie in Unzucht lebte und dies nicht aufgeben wollte. Unter Tränen erklärte Sie ihre schwierige Situation und wir waren voll Mitleid. Gerne hätte man aus Mitleid ein Auge zugedrückt, aber wir entschieden uns dafür mit ihr zu sprechen. In mehreren Gesprächen versuchten wir sie zu unterstützen und ihr Lösungen anzubieten, aber mehr und mehr stellte sich heraus, dass der Mann der bei ihr lebte keine guten Absichten hatte, nicht heiraten wollte und schlecht mit ihr umging. Liebevoll aber bestimmend erklärten wir ihr, dass sie nicht im Willen Gottes lebte und Gott viel Besseres für Sie vorhat. Ich glaube, dass sie es sogar verstanden hat und es eigentlich auch wollte. Doch aus Angst ihr Freund würde es nicht verstehen, verließ sie dann die Gemeinde. Einige der heutigen Gemeinden halten an der Wahrheit fest, könnten jedoch eine starke Dosis Gnade gebrauchen.

Wieder andere Gemeinden reden in einem fort von Gnade, bräuchten jedoch eine starke Dosis Wahrheit.

Wir sollten uns niemals mit der Wahrheit beschäftigen außer im Geist der Gnade. Und wir sollten uns niemals mit der Gnade beschäftigen außer im Geist der Wahrheit.


Martin Luther sagte, es sei dem Teufel egal, auf welcher Seite wir vom Pferd fielen – solange wir nur nicht im Sattel blieben.

Daher müssen wir auf dem Pferd reiten, mit dem einen Fuß im Steigbügel der Wahrheit und dem anderen im Steigbügel der Gnade 3. Aufforderung zum Handeln und das Wirken Gottes V.25

Nun wird Timotheus in V.25 aufgefordert zu Handeln. Um genau zu sein, soll er die Widerspenstigen zurechtweisen. Sie mit der Lehre der Wahrheit ermahnen und überführen. Das hört sich nach Wahrheit an, aber er soll es in sanftmütiger Gnade tun.

- Probleme in der Gemeinde werden gerne ignoriert, verschwiegen, klein geredet oder privatisiert.

Doch Paulus bringt es klar und deutlich auf den Tisch! Er macht es sogar zum Gemeindethema: - Denken wir an Euodia und Syntyche aus Phil.4,2-3, wo er ihre Differenzen offen im Gemeindebrief erwähnt. - Denken wir an die Spaltungen und Streitigkeiten im Korintherbrief, die er in 1.Kor.3 verurteilt. - Paulus nennt die Notwendigkeit der Gemeindezucht bei dem Unzüchtigen, der die Frau seines Vaters hat. 1.Kor.5

Paulus war keiner der die Probleme einfach unter dem Tisch gekehrt hat und gute Miene zum bösen Spiel machte. Sondern Gnade und Wahrheit verlangte auch gegenseitige Ermutigung, Erbauung, das Aufrichten, Ermahnen, aber auch die biblische Gemeindezucht zum Wohl der Gemeinde.


4. Einsicht und Buße V.26

Wenn wir das beherzigen, bewahren wir Frieden und Einheit. Und ja freilebende Tiere können sich auch in einer Falle verfangen. Sie sind unachtsam und treten in eine Schlaufe, die sich zuzieht und sie in die Luft katapultiert. Nun hängen sie dort unbrauchbar rum und leiden. Genau dieses Bild gebraucht Paulus in V.26 für diejenigen die sich in die Fallstricke des Teufels verfangen haben. Sie sind lebendig gefangen für den Willen des Teufels. Und genau diese sollen zur Umkehr bewegt werden. Sie sollen zur Einsicht kommen und Buße tun.

Wenn wir versuchen durch das aufweichen der Wahrheit, das Sitzpolster der Gemeinde weicher zu machen, dann federn wir die Kraft des Wortes Gottes ab und Menschen leben gleichgültig.

Versuchen wir allerdings durch das versteinern der Gnade, die Sitzbank härter und kälter zu machen, dann stehen die Menschen selbstgerecht auf und gehen. Gott möchte Gnade und Wahrheit dafür gebrauchen, um das persönliche menschliche Herz zu erreichen und den Menschen vollumfänglich zu gestalten. Es geht nicht um Sündenmanagement und darum kleinlich und pedantisch zu sein. Und darum reicht es nicht aus, Gnade oder Wahrheit anzubieten. Sondern es geht um unseren Heiland und Herrn Jesus Christus, voller Gnade und Wahrheit.

Zusammenfassung:

Fassen wir zusammen: Jesus herrliches Wesen war voller Gnade und Wahrheit. Eben genau diese Eigenschaften sind das Geheimnis für Frieden und Einheit in schwierigen Situationen, ohne die Wahrheit darunter leiden zu lassen. Paulus ermutigt Timotheus Christusähnlich zu werden und legt ihm Gnade und Wahrheit im Leben aus. - Die Wahrheit sieht vor, dass er fähig zum Lehren sein soll. Und das er die Widerspenstigen zurechtweisen soll. - Die Gnade sieht vor, wie er das machen soll. Mild, freundlich und sanftmütig, damit der Mensch aus den Klauen des Teufels gerettet wird. 1. Wir dürfen lernen, zu unterscheiden, wofür es Wert ist zu kämpfen. Hierbei müssen wir in Grundlegendes, Wichtiges und Nebensächlichkeiten unterscheiden und dem Frieden nachjagen. 2. Wir brauchen uns nicht mehr zwischen Güte oder Strenge entscheiden. Denn in Christus wird uns ein neuer Weg aufgezeigt: „In Gnade und Wahrheit“ 3. Auch wir sind aufgefordert, nicht tatenlos zuzusehen, sondern aktiv für die Heiligung und Einheit der Gemeinde uns einzusetzen.


4. Und das letzte, wir sollten uns immer die Hoffnung erhalten, dass Gott ihnen Buße möge schenken.


In Jesus Namen Amen

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