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In der Bibel lernen, richtig mit Konflikten umzugehen





Es ist abends und die Kinder haben noch Hunger. Nichts schmeckt und es muss unbedingt noch etwas Besonderes sein. Du hast keine Zeit noch etwas zu machen, also rufst du den Kindern zu: „Mach dir eine Pizza!“. Ich meine Pizza schmeckt jeden, ist schnell gemacht und da kann nicht viel schieflaufen, oder? Doch dann hörst du aus der Küche rufen: “Muss man die Pizza mit Folie oder ohne Folie … … in das kochende Wasser schmeißen?” Spätestens dann wirst du dich schleunigst auf den Weg in die Küche machen.

Warum ist uns das so wichtig, dass man so eine einfache Sache wie Pizza richtig zubereitet, wo wir uns bei anderen Dingen keine Gedanken machen, ob wir richtig oder falsch vorgehen?

Viele Personen denken, dass Konflikte unchristlich und damit falsch sind?

Ich hörte einmal eine Ansprache auf einer Hochzeit, wo gesagt wurde, dass Streit in der Ehe normal ist. Und ich dachte mir damals: - „Wie kann er so etwas bloß sagen?“ - „Mit so einem Gedanken kann man doch keine Ehe starten.“ - „Streit zur Normalität zu erheben ist doch nicht richtig.“ Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit den Worten damals nicht einverstanden war. Aber heute verstehe ich, was diese Person damit aussagen wollte. Und zwar, dass wir mit Konflikten zwangsläufig rechnen müssen, weil wir in einer gefallenen Welt leben. Und wenn Konflikte entstehen, brauchen wir nicht total überwältigt und überfordert uns im Kreis drehen und kreischen.

In einer vom Satan regierte Welt ist es üblich, dass es zu Konflikten kommt. Wir müssen zwangsläufig davon ausgehen. Und es wäre utopisch zu glauben, dass wir davon befreit wären.


Und daher beschäftigen wir uns mit dem Thema:

In der Bibel lernen, richtig zu streiten.

Also nicht richtig im Sinne mal richtig die Fetzen fliegen zu lassen, … … sondern richtig damit umzugehen.

Es geht darum, richtig im Sinne der Bibel Konflikte zu bewältigen.

Interessant ist, dass die Bibel sehr viel zum Thema “Konflikte” zu sagen hat. Und tatsächlich sind Konflikte per sei nicht falsch und unchristlich, sondern das Problem ist häufig, dass wir zu oft unchristlich damit umgehen. So wie bei der Pizza Zubereitung, lesen wir zu oft nicht die biblische Gebrauchsanweisung und wundern uns dann, dass unser Anliegen ins heiße Wasser fällt! Ich möchte ermutigen den biblischen Ratgeber zu nutzen, damit wir zur Ehre Gottes Konflikte lösen können. Und ich möchte direkt mit dem ersten Punkt beginnen: 1. Irdische Konfliktbewältigung führt zu Verletzungen und Selbstverherrlichung Und dazu möchte ich einen kleinen Einblick in eine Situation aus Apostelgeschichte 12 geben.

1.1 Herodes erhöht den Druck in der Gemeinde und es gefiel den Menschen In Apostelgeschichte Kap. 12, 1-3 lesen wir, dass Herodes den Druck in der Gemeinde erhöhte, indem er die Gemeinde verfolgen und misshandeln ließ. Außerdem ordnete er die Ermordung des Apostel Jakobus an und hatte das Gleiche mit Petrus vor. --> Wenn wir uns die Person Herodes näher anschauen, werden wir schnell feststellen, dass er seine eigene Ehre suchte und deswegen verletzte und tötete er Menschen um seine eigene Herrlichkeit aufzurichten.

Diesen Konflikt können wir auch sehr gut auf andere Konflikte anwenden, denn genau das passiert, wenn wir irdisch gesinnt Konflikte angehen. - Da müssen Köpfe rollen und der Stärkere wird sich behaupten. - Ein Kampf entsteht, wo Blut fließt und verletzt wird.

In Sprüche 17,14 wird Streit verglichen mit dem, dass ein Damm bricht und Wasser entfesselt wird. Wenn wir an die Hochwasserkatastrophe vom Ahrtal denken, bekommen wir einen Eindruck, welche Zerstörung und Leid Konflikte anrichten können. Also Konflikte haben ein riesen Potenzial Unheil anzurichten. - Gemeinden, Ehe, Familien und Freunde sind schon an Konflikten zerbrochen. Und daher sind Sie sehr ernst zu nehmen!


In dem zweiten Textabschnitt in Apg. 12,20-23 geht es dann um einen Konflikt der Städte Tyrus & Zidon mit Herodes.

1.2 Herodes lässt sich als Gottheit verehren und die unvermeidbare Katastrophe tritt ein.

Die Städte sind existenziell von Herodes abhängig und daher betteln die Abgesandte dieser Städte, bei Herodes um Frieden. Herodes spielt sich anschließend demonstrativ als Friedensstifter auf und hält eine Rede, die eine riesen Begeisterung auslöst. Nicht nur, dass Herodes verehrt wird. Nein man vergleicht ihn mit einem Gott. Und weil er Gott nicht die Ehre gibt, stirbt er und wird von Würmern zerfressen. Sprüche 13,10 weist uns daraufhin, dass Stolz, Hochmut und die eigene Ehre häufig der Grund für Konflikte ist. Dort steht: „Unter den Stolzen ist immer Streit; …“ Der Vers macht sogar eine Zwangsläufigkeit daraus. Wo Stolz ist, da wird es auch früher oder später krachen!

Nicht ohne Grund wird Herodes nur im Zusammenhang mit Konflikten erwähnt. Es scheint zwar so, dass Frieden zwischen den Städten und Herodes einkehrt, aber letztlich wird der Konflikt nicht wirklich gelöst.

Und genau diese Konfliktlösung steht beispielhaft für irdische Konfliktbewältigung. - Einer setzt sich durch, weil er am längeren Hebel sitzt und der Andere muss klein beigeben. Herodes dominiert sich gegen diese Hafenstädte und wird sogar noch als Friedensstifter gefeiert. Und genauso erleben auch wir heute Machtkämpfe, wo es um eigene Interessen und Überzeugungen geht. Die man mit aller Kraft durchsetzen und sich gegen “Interessengegner” behaupten möchte. Solche Kämpfe können sehr lange andauern und enden oft erst, wenn einer aufgibt oder flüchtet. Es gibt einen Gewinner (in diesem Fall Herodes) und einen Verlierer (in diesem Fall die Städte).

Das ist das irdische Konfliktbewältigungskonzept. - Es gewinnt der, der die besseren Argumente hat. - Der sich besser verkaufen und behaupten kann. - Der mehr Macht und Einfluss hat Und deswegen versuchen wir bewusst oder unbewusst, die richtigen Personen auf die eigene Seite zu bekommen. Irdische Probleme werden durch einen Interessenausgleich unsere eigenen Begierden behandelt, aber nicht gelöst.

Bsp. Nehmen wir einmal an, eine Person aus der Gemeinde möchte unbedingt ein 100" Flatscreen mit Touchdisplay im Konferenzraum haben. Ihm fallen viele Argumente ein, warum dies unbedingt notwendig ist. Der andere fragt sich, reicht da nicht einfach ein Beamer aus? Ist doch viel günstiger und man steuert doch sowieso alles vom Computer. Und man könnte meinen, ist doch gar nicht so wichtig. Und doch spitzt sich diese Kleinigkeit zu einem riesen Thema hoch. Die Auseinandersetzung eskaliert bis in das Leitungsteam. Und vielleicht auch in die Gemeindestunde. Warum? Weil sich der eigentliche Kampfplatz in den jeweiligen Herzen abspielt. Es geht nicht primär darum, was jetzt praktischer und sinnvoller ist, sondern wer hier Recht bekommt. Es geht darum, wer gewinnt und wer verliert. Also spricht man mit mehr Leute darüber, um diese auf die eigene Seite zu ziehen. Plötzlich wollen 30 gegen 25 Herzen gewinnen und der Streit bekommt eine neue Dimension. Es wird verletzt, deformiert, gewettert und geschädigt. - Um welche Ehre geht es hier eigentlich? - Würde Gott durch den Beamer oder durch ein Flatscreen mehr geehrt werden? - Warum ist es dir so wichtig, dass ausgerechnet dein Vorschlag durchgeführt wird? - Hättest du ein Problem damit, wenn du dich nicht durchsetzen könntest? Wisst ihr solche Fragen helfen uns, das wahre Motiv unseres Herzens zu prüfen. Schlussendlich können wir alles auf das Begehren im Herzen zurückzuführen. In der Schrift werden wir immer wieder darauf hingewiesen, dass es uns in erster Linie um die Ehre Gottes gehen soll. Denn dafür wurden wir geschaffen, bestimmt und das soll unser Lebenssinn sein. Bei Gott gibt es nur zwei Verlierer, die sich demütig unter die Ehre Gottes stellen. Wir geben unsere Ehre für die Ehre des Herrn auf. Wisst ihr wie da die gleiche Situation aussieht, wenn wir sie zur Ehre Gottes gestalten? Beide Personen kommen wieder mit ihren unterschiedlichen Vorschlägen. Und sie sagen sich, lass uns zusammen beten, dass wir hier eine Lösung zur Ehre Gottes finden. Dann beten sie zusammen. Lassen sich die Gedanken und Argumente des anderen erklären und versuchen sie nachzuvollziehen. Und wenn man immer noch keine Klarheit darüber gewinnen kann, dann nehmen sie das Thema demütig mit nach Hause, denken darüber nach, prüfen und reflektieren sich selber: Warum ist mir meine Position eigentlich so wichtig? Sie suchen nach dem Balken im eigenen Auge und beten dafür, dass alles zur Ehre Gottes geschehen mag. Sie kommen verändert wieder zusammen und achten den anderen höher als sich selbst. Sie reden und beten erneut um die Sache. Doch irgendwie gibt es immer noch keine Lösung. Also nehmen sie weitere Personen dazu und überlassen die Entscheidung mehreren. Und egal wie die Entscheidung dann ausgeht, beide Personen nehmen sich in den Arm und sagen, dass war die richtige Entscheidung. Preis dem Herrn! Das muss methodisch nicht genau so ablaufen. Das ist nur ein Beispiel. Aber die Situation und die Lösung müssen Gott Ehre bereiten. Der Zweck heiligt nämlich nicht die Mittel! Nur weil ich meine, ich bin auf der richtigen Seite und stehe für die richtigen Dinge ein, darf ich mich nicht zur Unehre Gottes verhalten. Lieblosigkeit und abwertende Distanz sind provozierende Schläge, die ein Kampf hervorrufen. Stattdessen sollten wir wie im Beispiel, drei wichtige Grundprinzipien berücksichtigen.

Und damit kommen wir zum zweiten Punkt:

2. Geistliche Konfliktbewältigung deckt das eigene Herz auf, lässt den eigenen Balken erkennen und führt uns zur Gesinnung des Christus.


Diese drei Grundprinzipien möchten wir kurz durchgehen:

1. Alles zur Ehre Gottes Wie schon erwähnt verbinden wir mit Konflikten grundsätzlich etwas Negatives, etwas Schlimmes, wir denken es ist etwas Ungeistliches, dass wir auf jeden Fall vermeiden müssen. Doch die Bibel lehrt uns, dass Konflikte auch Gelegenheiten sind, Gott zu ehren, dem anderen zu dienen und in der Christus Ähnlichkeit zu wachsen. Paulus spricht mitten in einer Konfliktsituation eines dieser Leitprinzipien an. 1.Kor.10,31 „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre Gottes!“ Und damit will er sagen, egal was ihr tut. Euer ganzes Leben soll ein großes Ziel haben! Gott groß zu machen, ihn anzubeten und eure Freude in ihm zu haben.

Im Kontext geht es um die Diskussion, was ist von der christlichen Freiheit noch erlaubt und was überschreitet schon die Grenze. Und diese Frage beantwortet er für den einen mit sensiblen Gewissen so und für den anderen, dem es nichts ausmacht, anders. Irgendwie unzureichend, oder? Menschlich wünschen wir uns doch klare und konkrete Anweisungen. Ja oder Nein! Schwarz oder weiß! Alle oder Keiner! Scheut Paulus sich hier vor einer klaren Entscheidung? Nein! Weil er mit V.31 die ultimative Antwort auf alles gibt! Auf diese Fragestellung und alle anderen tausend und Millionen Konfliktmöglichkeiten. Die christliche Freiheit wird und darf nur zur Ehre Gottes eingesetzt werden und auch die Enthaltsamkeit dient lediglich der Ehre Gottes! Wir treten unser „Ich“ ab und suchen die Ehre Gottes. Und wenn wir nach der Ehre Gottes leben, dann müssen wir nicht jedes kleinste Detail, wie das Gesetz es tut, festlegen. Denn die Frage lautet nicht mehr: Ist es erlaubt oder nicht! Sondern verherrlicht es dem Herrn oder nicht! Es ist eine Anbetungsfrage!

- Ob eine Konfliktbewältigung geistlich oder irdisch ist, hängt davon ab, wer die Ehre bekommen soll. Kämpfe ich unaufhörlich, damit ich mich behaupten kann und groß rauskomme? Oder will ich einfach nur ein Gefäß zur Ehre Gottes sein und es geht mir um das Anliegen Gottes? Wir sollten uns die Frage stellen: Wie kann ich Gott in und durch diese Auseinandersetzung verherrlichen?“

Wenn wir uns von diesen Gedanken leiten lassen und mit dieser inneren Haltung vorgehen, dann haben wir ein Lösungsansatz auf alle Konflikte, Schwierigkeiten und Herausforderungen!

Und genau diese Zielbestimmung führt uns zum nächsten Grundprinzip:


2. Den Balken im eigenen Auge sehen.

Matth.7,3-5 „3 Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! — und siehe, der Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!“

Instinktiv suchen wir doch immer nach dem Schuldigen für den Konflikt. Mit dieser Aussage, gibt Gott uns wahrlich ein „Wink mit dem Zaunpfahl“. Jesus hilft unserer Suche, indem er eine Reihenfolge festlegt. Bevor wir die Schuld bei anderen suchen, sollten wir uns um unsere eigenen Verfehlungen kümmern. So klar und eindeutig die Sachlage auch sein mag, wir sollten uns immer prüfen, welchen Beitrag ich zu dem Konflikt leiste.

Denn unsere Auge sind oft blind für das eigene Herz! Und deswegen ruft der Herr zuerst auf, das eigene Herz zu diagnostizieren. Der Herr Jesus führte durch seine Gesprächsführung immer wieder in eine Konfliktsituation, grade um das Herz offen zu legen. Z.B. - der Machtkampf der Jünger, wer der Höchste sei. Jesus spricht es klar an und bringt die Jünger in Verlegenheit - Die Pharisäer, die nach außen fromm aussahen, aber innerlich reißende Wölfe waren. Jesus konfrontiert sie und stellt ihr wahres Herz ins Licht Mt.9,4  “Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen?”

Mt.12,34  “Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.” - Die geistlichen Führer Israels, die doch nur um ihre eigene Macht und Stellung bemüht waren. Jesus prangert auch sie an. Jesus entlarvte die böse Fratze, Motive und Absichten des Herzens immer wieder.

Konflikte reizen und locken das wahre Herz hinter der Attrappe hervorzukommen.

Sie sind Gelegenheiten das Herz so zu sehen, wie es wirklich ist und bieten eine Chance, damit Gott es läutert. Denn wisst ihr, dass Herz ist immer der wahre Kampfplatz in einer Auseinandersetzung!

Ted Tripp war es glaub ich, der ein simples Beispiel gebracht hat, um uns das zu veranschaulichen: Da ist ein Schwamm mit Tinte und nun drückt da einer drauf und auf einmal ist überall Tinte. Warum also ist da überall Tinte? Jetzt werden wahrscheinlich die meisten sagen, weil da einer draufgedrückt hat. Aber das stimmt nicht, da ist überall Tinte, weil Tinte in dem Schwamm war. Das Drücken hat lediglich das hervorgerufen, was im Inneren des Schwammes war. Und wenn du dich tierisch aufregst und fluchst, weil jemand dir die Vorfahrt genommen hat. Dann bringt diese Situation lediglich die Tinte aus deinem Herzen zum Vorschein. Jesus sagt in Mt.12,35  Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.“ Und wenn wir 2.Kor.3,3 aufschlagen, sagt uns das Wort Gottes, dass unser Herz ein Brief des Christus ist. Nicht geschrieben mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes. Also was soll dann wohl aus unserem Herzen herauskommen, wenn man da drauf drückt? Natürlich der Geist Gottes! Und der Geist Gottes äußert sich in uns, durch seine Frucht. Welche da wären: Galater 5,22 “Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung!”

  • Das ist wahre geistliche Reife. In Konfliktsituation im Geist zu wandeln!

Kommt das aus unserem Herzen hervor, wenn man draufdrückt?

Die Verse 3 und 4 in Matth.7 sind rhetorische Frage, auf die Jesus keine Antwort erwartet. Vielmehr möchte er uns zum richtigen Denken anregen und uns gleichzeitig überführen. In Vers 5 klagt er uns sogar mit „Heuchler“ an und fordert uns auf, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu tun! Erst den eigen Balken aus dem Auge ziehen. Dann wirst du klar sehen, die Situation richtig bewerten und dann kannst du dich dem kleinen Splitter des anderen widmen. Warum sind wir so oft konzentriert den Splitter in dem Auge eines anderen zu sehen und übersehen den viel größeren Balken im eigenen Auge? Jesus ist der Kenner der Herzen und weiß nur zu genau, dass wir in einem Konflikt versucht sind, uns permanent auf die Ungerechtigkeit, Fehler und Mängel der anderen zu konzentrieren. Dabei neigen wir zur Selbstgerechtigkeit und übersehen unsere eigene Sündhaftigkeit. Wie oft können wir lange, ausführlich und dramatisch über die Verfehlungen und verletzenden Worte andere nachdenken, und wie wenig Zeit widmen wir der Beschneidung unseres eigenen Herzens? Wo wir plötzlich unsere eigenen Verfehlungen oder unseren eigenen Beitrag zum Konflikt erkennen und bekennen.

Und wenn nun unseren schmerzhaften Balken gezogen haben, eine klare Sicht auf die Situation haben, dann kommen wir mit dem dritten Grundprinzip zum Splitter ziehen:


3. In der Gesinnung des Christus, sollst du dem Konflikt begegnen.

Wenn du jemanden schon mal einen Splitter gezogen hast, dann weißt du, dass du eine passende Mischung aus Vorsicht und Behutsamkeit, aber auch aus Zielstrebigkeit und Konkretheit brauchst.

- Es bedarf an Präzision, Mitgefühl und Geduld. Nur drüber streicheln geht nicht, aber auch grob ansetzen und mit aller Gewalt ausreißen geht auch nicht.

Und genau das Schreit ja nach der Gesinnung Christi!

2.Thess. 3,5  „Der Herr aber lenke eure Herzen zu der Liebe Gottes und zum standhaften Ausharren des Christus!“

In diesem Gebetsanliegen befiehlt Paulus, die Herzen der Thessalonicher der Liebe Gottes an. Damit Gott ihr Leben und alle ihre Schwierigkeiten mit standhaftem Glauben an Jesus und im Wandel im Geist bestimmt. Erst wenn unsere Herzen in der Liebe Gottes getränkt sind, dann kommt (sogar wie bei einem Schwamm) umso mehr Liebe raus, wenn unser Herz großem Druck ausgesetzt ist.

Wir brauchen die Liebe Gottes um Zurechtzuweisen und zu ermahnen. Wir brauchen die Liebe Gottes, um manchmal die Sünde zuzudecken. Wir brauchen die Liebe Gottes, um eine echte Vergebung und befreiende Aussöhnung zu erleben. Wir nehmen all das auch häufig viel zu leichtfertig.

Wir gehen manchmal auf diesem Gebiet, wie Ahnungslose "Pizza- Köche" vor. Und ich möchte uns ermutigen, unser Denken, unsere Haltung und Vorgehen von der Schrift her erneuern zu lassen.

Zusammenfassung:

Wir haben uns drei Grundprinzipien einer geistlichen Konfliktlösung angeschaut.

1. Soli deo Gloria = Alles und Allein zur Ehre Gottes! Das ändert alles! Das ist ein Perspektiven und eine Zielverschiebung! Es geht nicht mehr um meine Rechte, Wünsche, Überzeugungen und Herrlichkeit. Sondern der Wille Gottes zählt! Wenn wir diesen Punkt überspringen, dann geht es nur um Verhaltenstherapie! So einfach sich das auch anhört, ohne diese Sinnesänderung geht es nicht!!!

2. Erst das große Holz wegräumen, bevor wir uns an die Feinheiten machen! So Selbstsicher und Unschuldig wir auch scheinen mögen, dieser Prozess der Reflektion und Selbstprüfung ist von Gott angeordnet. Und genau das macht Konflikte so wertvoll! Wir stellen uns aufrichtigen dem eigenen Herzen. Es ist eine Gelegenheit die Reben zu beschneiden und zu wachsen!


3. Nur in der Gesinnung des Christus geht es. Sanftmütig und von Herzen Demütig, so beschreibt Matth.11, 29 die Persönlichkeit Jesus. Splitter ziehen bedarf Präzision und Empathie.

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