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Persönlich den Glauben weitergeben

Als Christen sind wir darum bemüht, Menschen in unserem Umfeld von unserem Glauben zu berichten. Nicht um Mitglieder für eine Kirche zu gewinnen oder weil wir etwas davon hätten, sondern weil wir überzeugt von der Wahrheit des Evangeliums sind. Dieses Evangelium ist ein Geschenk Gottes an uns und natürlich wünschen wir uns auch, dass unsere Familie, Angehörigen, Freunde und Bekannte ebenfalls davon profitieren.

Joh.1,37-42

Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: »Lehrer«), wo wohnst du? 39 Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.[7] 40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den »Gesalbten«). 42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: »ein Stein«). Simon Petrus wurde von seinem Bruder Andreas zu Jesus eingeladen. Er stellt Jesus als einen großen Fund vor und führt ihn lediglich in die Nähe Jesus und den Rest tat Jesus selbst.

Ich glaube wir können davon viel lernen. 1. Gott möchte in unser soziales Netzwerk (Beziehungsfeld: Verwandte, Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen und Familie) verkündigt werden. Wir sehen zahlreiche Beispiele in der Bibel, wo genau das passiert: - Mk 5,19 Der geheilte Mann erhält den Auftrag in sein Umfeld zu gehen... - Mk 2,14 Levi lädt sein Kollegen ein. Das Ergebnis: die Leute folgen Jesus - Joh 1,41 Petrus kam zu Jesus, weil Andreas ihn erreicht hat. - Joh 1,45 Nathanael kam durch seinen Freund Philippus zum Glauben - Joh 4,53 Die Frau am Jakobsbrunnen geht ins Dorf und erzählt den Leuten ihr Erlebnis - Lk 19,9 Zachäus und sein ganzes Haus erleben eine heilende Veränderung, als Jesus bei ihm einkehrt - Apg 16,30 Kerkermeister von Philippi kommt mit seiner Familie zum Glauben

Gott hat keine mystische und spektakuläre Lichterschau mit den Sternen geschaffen, um die frohe Botschaft des Evangeliums auf der Erde bekannt zu machen. Sondern er gebraucht Menschen, wie dich und mich, mit ihren Stärken und Schwächen, die in ihrem Umfeld Zeugnis von ihrem Glauben ablegen.

Und tatsächlich scheint die persönliche Weitergabe des Glauben die erfolgreichste Art zu sein, wodurch Menschen ebenfalls zum Glauben kommen. Es gibt zwei Studien die ziemlich vergleichbare Ergebnisse zeigen. Einmal wurden in einer amerikanischen Studie 21000 Christen befragt und C.A. Schwarz befragte 1600 Christen, durch wen sie zum Glauben gefunden haben.

Folgende Ergebnisse kamen dabei raus:

Das sollte uns zum nachdenken anregen. Denn Menschen brauchen keine großen, aufwändigen und spektakuläre Veranstaltungen, um sie mit dem Glauben an den Herrn Jesus Christus bekannt zu machen. Viel mehr ist ein authentischer Glaube im Alltag für die meisten Menschen viel überzeugender, als jedes Argument, Programm und Veranstaltung. Daher lasst uns dafür beten, dass wir eine gute Saat in unserem Beziehungsfeldern und Umfeld hinterlassen. Oft reicht nur ein einfacher Glaubens- Impuls in einem unverbindlichen Alltagsgespräch zum Weiterdenken. Es ist notwendiger einen echten ungeheuchelten Glauben zu leben, als Menschen mit Argumente und Redekunst überreden zu wollen.

2. Die Begeisterung über unser Fund

Andreas ist überwältigt von seinem großartigen Fund, den Messias gefunden zu haben. Und natürlich möchte er seinen Schatz mit seinen Lieben teilen.

Ich hätte zu gerne diesen Dialog zwischen Andreas und Simon Petrus live gehört. Denn ich glaube nicht so wichtig war, was Andreas hier sagte, sondern mit welcher Überzeugung und Freude er das tat. Leider kann ich keine Tonspur wiedergeben, aber vielleicht sprach Andreas mit folgender Motivation:

„Petrus! Wir haben den Fund unseres Lebens gemacht! Du wirst es nicht glauben, aber wir haben den Messias gefunden, komm mit! Das musst du dir unbedingt ansehen!“ Lasst uns für Begeisterung und sichtbare Überzeugung beten, weil wir den größten Fund der Weltgeschichte gemacht haben. In Röm.12,11 lesen wir: „ Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!“ Vielleicht geht es dir ja auch wie mir, dass ich träge geworden bin im Weitergeben des Evangeliums. Ich nutze nicht jede passende Gelegenheit und suche und bete auch nicht solche Gelegenheiten zu bekommen. Natürlich gibt man immer mal wieder Zeugnis vom eigenen Glauben. Aber leider verstreichen so viele Möglichkeiten, wo man Menschen auf Jesus hinweisen kann. Zu selten bin ich darum bemüht, andere Menschen von meinem großen Fund zu berichten.


3. Jesus macht den Rest Jesus macht Simon Petrus zu Kephas. Einem wichtigen Stein im Gebäude der Gemeinde Gottes. Daher lasst uns für offene Augen und offene Türen beten. So wie Philippus zum Kämmerer aus Äthiopien geführt wurde, so müssen wir uns mehr vom Geist leiten lassen. Uns zu den offenen Türen bringen lassen, aber dann auch hindurchgehen. Lasst uns für glühende Retter Liebe beten, damit die Liebe uns zum Handeln und Reden drängt. Andreas hätte diesen Schatz auch für sich behalten können, aber er suchte seinen Bruder Petrus auf.

Der Kapitän eines Ozeandampfers sah eines Tages, als sein Schiff eilend durch die Wellen strich, in der Ferne ein Notsignal. Das Fernrohr wurde sofort nach dieser Stelle gerichtet und man sah einen Mann auf dem Wrack in den Wellen treiben. Um dem Mann zu Hilfe zu eilen, hätte das Schiff anhalten und seinen Kurs rückwärts ändern müssen.

Der Kapitän dachte daran, wie eilig er es hatte. "Nein," sagte er sich, "ich kann nicht anhalten, diesen Mann wird ein anderes Schiff schon aufnehmen." Er dampfte weiter, war zur rechten Zeit im Hafen und wurde gelobt wegen seiner raschen Fahrt.

Aber er konnte den Gedanken an den armen schiffbrüchigen Mann nicht los werden. Der Anblick durchs Glas verfolgte ihn Tag und Nacht.

Immer sah er ihn auf dem Wrack im wilden Meer, dem Verderben preisgegeben und eine Stimme rief ihm zu: Mörder, Mörder!

Dieses Beispiel zeigt so gut, wie unsere eigene Persönlichkeit und unser Lebensstil dem Evangelium so häufig im Wege stehen.

Wie oft entscheiden wir genauso wie dieser Kapitän?


Lasst uns dafür beten mutig zu bekennen, aktiv das Evangelium als Botschafter Gottes weiterzugeben, weil unser Herz voll davon ist. Weil die Liebe Gottes uns dazu drängt

Gunther Kiene sagte einmal:

„Mit Sammeln werden wir vergammeln, wir müssen streuen, dann werden wir uns freuen.

Glaube ist das Handeln und das geistliche sichtbare Zeugnis des Heiligen Geistes“

Ich bin davon überzeugt, dass Christen zu oft auf die Frucht fokussiert sind. Sodass wir zur Ernte ansetzen noch bevor der Same ausgestreut und gegossen wurde.

Meistens gehen viele Zeugnisse, Gespräche, Begegnungen und Gastfreundschaften einer Bekehrung voraus. Daher sollten wir uns immer wieder darauf besinnen, dass wir nur diejenigen sind, die Samen streuen, gießen und taufen.

Gott jedoch schenkt das Gedeihen, die entstandene Frucht!


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